Am 7. April 2025 haben wir die AG Queere Erinnerungkultur „Der-Liebe-wegen“ des Weissenburg e.V. gegründet. Die AG setzt die Arbeit der „Rosa Winkel-Initiative“ (seit 2009) und des Internetprojekts www.der-liebe-wegen.org (seit 2017) fort und ist eine AG des Weissenburg e.V.. Unser Ziel ist es queere Geschichten und Biografien in unserer Region sichtbar zu machen – von Ausgrenzung und Verfolgung bis hin zu Emanzipation und Vielfalt. Jüngere Aktivist:innen der Weissenburg haben angeregt, stärker als bislang einen Blick auf jüngere Geschichte zu werfen – etwa die Aidskrise der 1980er/90er oder die queere Emanzipationsbewegung in unserer Region.

Hier findet ihr alle unsere Aktivitäten und Veranstaltungen – von aktuell bis zurückliegend, in chronologischer Reihenfolge unter Erinnerungsarbeit & Menschenrechte“.

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Nach 1945 war es lange Zeit nicht möglich, an Menschen zu erinnern, die nicht in das faschistische Weltbild von Geschlecht, Liebe und Begehren passten. Queere Aspekte oder ganze Biografien blieben auch in der Erinnerungskultur unsichtbar wie z. B. bei Käthe Loewenthal, Hans Scholl, Toni Simon, Fritz Bauer und vielen weiteren Personen. Menschen hatten heterosexuell und entweder Mann oder Frau zu sein. Die Geschichte der Unterdrückung queerer Menschen in unserer Region wurde jahrzehntelang in Biografien, Familien und Institutionen totgeschwiegen, ignoriert und verdrängt. Damit wollten wir – queere Vereine und Aktivist:innen des Weissenburg e. V. – uns nicht länger abfinden. Wir begannen, selbst aktiv zu werden, um queere Aspekte von Biografien und Lebensrealitäten endlich sichtbar zu machen.

Hier eine Auswahl unserer Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen zu queerer Geschichte und Erinnerungskultur:

  • „Auch fühlte ich mich immer mehr zu meinem Geschlecht hingezogen.“ Ein Forschungsprojekt zur Auffindbarkeit lesbischer Frauen in Psychiatrien während des Nationalsozialismus von Claudia Weinschenk. In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, 22. Jahrgang (2020): „Homosexualitäten im Südwesten Deutschlands“.
  • Der Liebe wegen ausgegrenzt und verfolgt: das Internetprojekt www.der-liebe-wegen.org“ von Ralf Bogen. In: „Späte Aufarbeitung: LSBTTIQ-Lebenswelten im deutschen Südwesten.“ Hrsg. von Martin Cüppers und Norman Domeier, Stuttgart 2018.
  • Ausgrenzung und Verfolgung homosexueller Männer in Württemberg“ von Ralf Bogen. In: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg [Hrsg.]: Der Bürger im Staat Nr. 1-2015, Homophobie und Sexismus, Stuttgart 2015.
  • „Vorkämpfer im Kampfe um die Ausrottung der Homosexualität“ von Ralf Bogen in: Ingrid Bauz / Sigrid Brüggemann / Roland Maier [Hrsg.]: Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern, Stuttgart 2013.
  • Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft – Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit“ – Schwulst Sonderheft 2010, ein Gemeinschaftsprojekt von Schwulst e.V. und Weissenburg e.V. mit Beiträgen von Ralf Bogen, Dieter Salwik, Mathias Strohbach und Thomas Ulmer, Stuttgart 2010.