Sa 17.1.26, Film- & Diskussion: Wie das demokratische Vorbild Fritz Bauer sichtbarer machen?
Film- und Diskussionsveranstaltung
anlässlich des Gedenktags für die Opfer der NS-Diktatur in 2026
Samstag, 17. Januar 2026 | Film „Die Akte General“: 18:00 Uhr | Diskussion: 20:00 Uhr | Ort: Weissenburg, Weißenburgstr. 28a, Stuttgart.
Mit einem Grußwort von Barbara Straub, Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit der Landeshauptstadt Stuttgart. Mit dabei sind: Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V., Stuttgarter Stolperstein-Initiativen, Zeichen der Erinnerung & weitere Aktivist*innen aus der Erinnerungskultur und der LGBTIQA+-Community.
Demokratische Werte stehen unter Druck, während rassistische und queerfeindliche Haltungen wieder sichtbarer werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Städte heute Haltung zeigen – und welche Persönlichkeiten sie als Vorbilder für Gerechtigkeit, Vielfalt und Menschenrechte sichtbar machen.
Am 17. Januar 2026 lädt die AG Queere Erinnerungskultur „Der-Liebe-wegen“ des Weissenburg e.V. zusammen mit IG CSD Stuttgart und LSVD+ Baden-Württemberg zu einem Abend aus Filmvorführung und Diskussion in die Weissenburg (Weißenburgstr. 28a, Stuttgart) ein. Um 18 Uhr wird der Film „Fritz Bauer: Die Akte General“ gezeigt, ab 20 Uhr schließt sich eine offene Diskussion an, die auch ohne vorherigen Filmbesuch besucht werden kann.
Fritz Bauer, in Stuttgart geboren, ist vor allem als Initiator der Auschwitzprozesse bekannt und steht wie kaum ein anderer für die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik. Weniger bekannt ist sein langjähriger Einsatz gegen das §175-Unrecht und für die Entkriminalisierung einvernehmlicher (homo-)sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen – ein Aspekt seines Wirkens, der im Laufe des Abends ebenfalls aufgegriffen wird.
Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die noch bis zum 23.1.2026 laufende Unterschriftenaktion„Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht“. Zwar würdigt die Stadt Stuttgart Fritz Bauers Lebenswerk ausdrücklich, verweist jedoch auf rechtliche Bedenken gegen eine posthume Ehrenbürgerschaft. Die Veranstaltenden nehmen dies zum Anlass, die Debatte zu öffnen und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft darüber zu sprechen, wie eine demokratische Stadt Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und das Engagement von Persönlichkeiten wie Fritz Bauer dauerhaft sichtbarer machen kann. In diesem Zusammenhang wird auch der Vorschlag einer Fritz-Bauer-Ehrung als möglicher neuer Weg der öffentlichen Würdigung diskutiert – ausdrücklich als offener Impuls und nicht als festgelegtes Ergebnis. Als Orientierung dient unter anderem die Otto-Hirsch-Auszeichnung, mit der in Stuttgart seit 1985 Engagement für die christlich-jüdische Zusammenarbeit gewürdigt wird (Weitere Hintergrundinformationen siehe:
„Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer“: Stadt bringt neue Ehrungsform ins Gespräch).
An der Diskussion beteiligen sich verschiedene Organisationen der Erinnerungskultur und der LGBTQIA+-Community. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Erinnerungskultur demokratische Werte stärken, Rassismus und Queerfeindlichkeit entgegenwirken und für Jung und Alt spannend gestaltet werden kann.

(siehe hierzu auch den Beitrag „Schüler:innen des Wagenburg-Gymnasiums aktiv für die Unterschriftenaktion „Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht“)
Veranstaltet wird der Abend von der AG Queere Erinnerungskultur, der IG CSD Stuttgart e.V., dem LSVD+ Baden-Württemberg, dem Weissenburg e.V. sowie dem Internetprojekt „Der-Liebe-wegen.org“.

