Staatliche Stellen beteiligten sich in Baden-Württemberg bis 2016 nicht nennenswert an der Aufarbeitung. In 2013 konnten wir von Weissenburg e.V. eine Fachtagung zu „Stand und Perspektiven der Erforschung, Thematisierung und Darstellung der Situation von Lesben und Schwulen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit in Baden-Württemberg“ durchführen, die von der Landeszentrale für politischen Bildung Baden-Württemberg gefördert wurde. Im Nachgang dieser Tagung konnten wir erreichen, dass die Landeszentrale in 2014 und in 2016 thematisch fortführend größere Tagungen durchführte. Zur Fachtagung „Späte Aufarbeitung“ in 2016 hatte auch die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die Universität Stuttgart, das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und das Queere Netzwerk Baden-Württemberg, das damals noch Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg hieß, eingeladen. Erfreulicherweise hat sich viel geändert: Mit dem Forschungsprojekt der Universität Stuttgart, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und des Instituts für Zeitgeschichte München zur Aufarbeitung von Lebenswelten, Repression und Verfolgung von LSBTTIQ-Menschen im deutschen Südwesten in der Zeit des Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland wurde ein wichtiger Anfang gemacht (siehe hierzu: http://www.lsbttiq-bw.de). In den letzten Jahren konnte das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg und ihre Themengruppe Geschichte wesentlich mit dazu beitragen, dass staatliche Stellen sich auch dem Thema der Aufarbeitung frauenliebender Frauen gewidmet haben. Auch die Forschung zum spezifische Leid geschlechtlicher Minderheiten während der NS-Diktatur und in der Nachkriegszeit in unserer Region konnte vorangetrieben werden.